Schüler Schulpolitik

Wir brauchen eine Schule ohne Angst!

Kinder müssen gut und voll Freude und Lust lernen, sich entfalten können – der Ernst des Lebens kommt früh genug. Abgesehen davon lernt es sich mit Spaß besser. Genau das Gegenteil setzt jetzt die Bundesregierung um. Was das für Kinder bedeuten kann? - Angst, Stigmatisierung und Druck. Das ist Pädagogik von vorgestern!

„Wir wollen auch für Salzburg eine gerechte, demokratische Schule ohne Angst, die individuell fördert“, sagt Landesvorsitzende Cornelia Schmidjell.
Kinder werden also jetzt wieder so früh als möglich bewertet. Dieser Leistungsdruck äußert sich oft in Schulangst. Sie können ab der zweiten Schulstufe wieder sitzenbleiben, ihre Klassengemeinschaft verlieren – und ein Stück ihrer Würde. Und: Kinder werden schon in der Mittelschule in „Mehrleister“ und „Minderleister“ eingeteilt, segregiert. „Das ist Pädagogik von vorgestern“, sagt die Landesvorsitzende der KinderfreundInnen Salzburg, Cornelia Schmidjell zu den aktuellen Bildungsplänen der Bundesregierung.


Druck schränkt die Lernfähigkeit weiter ein

Landesgeschäftsführerin Vera Schlager: „Aus unseren Erfahrungen in der Nachmittagsbetreuung wissen wir, was es mit den Kindern macht, wenn Leistungsdruck, Angst, und Zwang den Schulalltag bestimmen. Wir kennen keinen einzigen Fall, in dem ein Junge oder Mädchen vom Sitzenbleiben profitiert hätte.“ Oft ist das Gegenteil der Fall:

  • viele Kinder können sich „noch“ schlechter auf die Schule konzentrieren
  • Aufgaben brauchen dann zusätzliche Zeit, sind langsamer statt schneller erledigt
  • die Form der Hausübung und das Lerntempo im Allgemeinen leiden

Wünsche der Kinder – und tragische Realitäten

Die Kinderfreunde Salzburg haben am Weltkindertag die Wünsche vieler Kinder abgefragt. Oft
genannt: „Im Klassenverband, bei den Freunden bleiben“, zum Beispiel nach der Volksschule.
Das ist sowohl ein Argument gegen Sitzenbleiben wie auch für mehr gemeinsame
Schulformen. Oder ein einfacher aber starker Wunsch: „Ich will Freunde haben.“
Vera Schlager: „Ein von mir betreutes Mädchen, damals 15, war das ´Herz´ der Klasse, beliebt,
wiederholt Klassensprecherin. Nach dem Sitzenbleiben wechselte sie die Schule, fand auch
nach einem Jahr keinen Anschluss – und hat schließlich die Schule abgebrochen.“

Frustration zerstört die (Bildungs-)Zukunft

Frustration drückt sich häufig in der Aussage „Ich kann das eh nicht“ aus – von
Volksschulkindern, die eigentlich noch mit Feuereifer und viel Freude Neues lernen sollten.
Auf Sitzenbleiben reagieren Kinder unterschiedlich: die Einen ziehen sich zurück – andere
reagieren mit einer gesteigerten Aggressivität. Sitzenbleiben ist eine Kränkung des
Selbstbewusstseins – und wer Sitzen bleibt wird zudem oft monatelang gehänselt.
„Kinder müssen mit Freude lernen dürfen. Gerade in der Volksschule ist es wichtig, den
angeborenen Wissensdurst und die Lust auf Lernen zu entfachen - und nicht im Keim zu
ersticken. Die Maßnahmen der Regierung sind für die Zukunft vieler Kinder geradezu
zerstörerisch. Österreich braucht eine demokratische, gerechte Schule ohne Angst, die junge
Menschen individuell fördert. Dafür kämpfen wir!“, so Cornelia Schmidjell und Vera Schlager.

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